Heinrich-Wolgast-Schule
2026
UNSERE SCHULE
Die Heinrich-Wolgast-Schule hat ca. 400 SuS. Die Ganztagsgrundschule und Kulturschule liegt mitten in St. Georg. Im JeKI-Unterricht lernen die SuS Instrumente spielen. In der zweiten und vierten Klasse besuchen die SuS mehrfach die Malschule der Hamburger Kunsthalle. Zudem gibt es auch eine Kooperation mit dem Ohnsorg Theater. Die Schule liegt zentral gelegen, direkt angrenzend an die Innenstadt und dem Hauptbahnhof. Dieser Stadtteil ist dicht bebaut und ist im Vergleich zu anderen Stadtteilen eher wenig grün.
Die Ausgangssituation unserer Kinder
Die Kinder, die die Heinrich-Wolgast-Schule besuchen, wohnen größtenteils direkt in der Nähe vom Hauptbahnhof. Ein Teil der Kinder wohnt mit ihrer Familie auf engstem Raum im Hotelzimmer oder in einer Unterkunft. Viele Kinder verbringen ihre Freizeit häufig vor dem Smartphone, Fernseher oder Tablet. Ein Teil der Kinder erlebt in St. Georg die grüne Natur nur, wenn sie zum Beispiel aktiv in den Lohmühlenpark gehen oder mit ihren Eltern den Stadtkern verlassen. Ein Ziel unserer Pädagogik im Klimaschutz/BNE-Bereich ist deshalb, dass wir unseren SuS einen besseren Zugang zur Natur ermöglichen möchten.
Unser Schulhof soll grüner werden!
Um diesen Zugang zur Natur zu ermöglichen, haben wir 2026 beschlossen, dass wir unseren Eingangsbereich „grüner“ gestalten möchten. Mit dem Aufstellen von Hochbeeten von „Grau trifft Grün“ haben wir für die Kinder eine sinnvolle Verknüpfung auch zum Schulunterricht hergestellt. Der Sachunterricht wird für die Kinder spannender und greifbarer, wenn sie direkte Praxiserfahrungen auf dem Schulhof sammeln können. Somit können die SuS die Pflanzen auf Augenhöhe betrachten und anfassen. Vor dem neuen Klassenhaus haben die SuS Frühblüher eingepflanzt, welche in bunten Farben leuchten. In einzelnen Beeten haben die SuS Samen für Blumenwiesen ausgestreut, welche im Sommer hoffentlich prächtig blühen. Ein grünes Klassenzimmer wird noch umgesetzt.
Unsere SuS erfahren Nachhaltigkeit im Schulalltag
In diesem Schuljahr gab es beim Buffet-Mittagessen die „Reste Challenge“. Klassen, deren gesammelte Überreste unter 7,5 kg waren, haben einen Wunsch-Nachtisch erhalten. Hiermit möchten wir das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung stärken. Die SuS haben in der Mensa Pfandflaschen gesammelt. Außerdem hat der vierte Jahrgang an dem Wettbewerb „E-Waste-Race“ teilgenommen. In großen Behältern wurde elektronischer Abfall gesammelt. Das Sammeln der Pfandflaschen und Batterien sensibilisiert die SuS für eine verantwortliche Mülltrennung (inkl. Recycling) und umweltgerechteren Umgang mit problematischen Abfällen.
BESTANDSAUFNAHME UNSERER SCHULE
Im Rahmen eines Klimarundgangs am 2. April 2025 wurde an der Heinrich-Wolgast-Schule eine technische-organisatorische Bestandsaufnahme mit Fokus auf die Bereiche Wärme, Strom und Abfall durchgeführt, um den aktuellen Zustand der Schule im Hinblick auf den Klimaschutz zu analysieren. Die Schule besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Baujahre, darunter neu errichtete sowie sanierte Gebäudeteile. Die nachfolgende Grafik zeigt die Verbrauchs-Entwicklungen der Heinrich-Wolgast-Schule in den Bereichen Wärme, Strom, Wasser und Abfall, welche uns über das Energieportal im Rahmen des Prämienprogramms Energie4 zur Verfügung gestellt werden.

Im Jahr 2025 lag der Wärmeverbrauch knapp unter dem Durchschnitt der Hamburger Schulen, was insbesondere auf den Abriss älterer Gebäude und die Nutzung des energieeffizienten Neubaus zurückzuführen ist (siehe rote Balken, Abb. 1). Die Schule wird über Fernwärme versorgt, allerdings befindet sich die Heizungsanlage aufgrund der weiterhin laufenden Bauarbeiten derzeit noch in einem provisorischen Zustand, wodurch die Heizungssteuerung erschwert ist. Temperaturmessungen in verschiedenen Klassenräumen zeigten zudem, dass bislang keine ausreichende Nacht-, Wochenend- oder Ferienabsenkung erfolgt und dadurch weiteres Einsparpotenzial besteht. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass einige Räume, insbesondere Sanitärbereiche und Aufenthaltsflächen, teilweise über den empfohlenen Solltemperaturen liegen.
Im Bereich Strom lag der Verbrauch 2025 leicht über dem Durchschnitt der Hamburger Schulen, obwohl bereits ein Großteil der Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt wurde und verschiedene Bereiche mit Präsenzmeldern ausgestattet sind (siehe gelbe Balken, Abb. 1). Besonders auffällig in der Darstellung der Jahresverbräuche ist zudem der Wasserverbrauch, der 2025 deutlich über dem Durchschnitt lag (siehe blaue Balken, Abb. 1). Sowohl der erhöhte Wasserverbrauch als auch der teilweise erhöhte Stromverbrauch lassen sich vermutlich auf die noch laufende Baustelle zurückführen, da diese erfahrungsgemäß einen deutlich höheren Ressourcenbedarf verursacht. Auch im Bereich Abfall liegt die Schule derzeit leicht über dem Durchschnitt der Hamburger Schulen, obwohl bereits Mülltrennungssysteme in den Klassen etabliert wurden. Durch die in der Planungstabelle aufgeführten Maßnahmen möchten wir, insbesondere auch im technischen-organisatorischen Bereich, weiter dazu beitragen, die anfallenden CO2-Emissionen unserer Schule konsequent zu mindern. Dabei werden wir von unserem Hausmeister-Team tatkräftig unterstützt.
Im Unterricht und im Schulleben der Schule ist Klimaschutz bereits fest verankert und wird regelmäßig pädagogisch aufgegriffen. Im Jahrgang 3 gibt es eine Unterrichtseinheit zum Thema Wetter, Klimaschutz sowie zum richtigen Heizen und Lüften, um das Bewusstsein der SuS zu stärken. Im Jahrgang 4 gibt es eine Unterrichtseinheit zu Energie und Solarzellen, hierbei erkennen die SuS, dass die Nutzung elektrischer Energie Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft hat. Ein wichtiger Bestandteil sind die Energiedetektiv*innen, die im Schulalltag aktiv auf einen sparsamen Umgang mit Strom, Wärme und Licht achten. Sie werden seit 2025 jährlich in Jahrgang 3 ausgebildet. Zusätzlich nehmen die SuS an Projekten und Aktionen zum Beispiel wie der „Reste Challenge“ oder dem „E-Waste Race“ teil, bei denen Abfallvermeidung und Recycling praktisch erlernt werden. Auch die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ fördert klimafreundliche Mobilität. Im Schulalltag übernehmen die Kinder Verantwortung durch Mülldienste und die konsequente Mülltrennung in den Klassen. Durch Projekte und Ausflüge, zum Beispiel zur Stadtreinigung, wird das Thema Abfall und Recycling zusätzlich vertieft. Die Gestaltung und Pflege des Schulhofs mit Pflanzen ermöglicht den SuS außerdem direkte Naturerfahrungen und stärkt ihre Selbstwirksamkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sensibilisierung der gesamten Schulgemeinschaft für ein verantwortungsvolles Heiz- und Lüftungsverhalten. Dazu gehören regelmäßige Hinweise und die Einbindung der SuS in Energiesparmaßnahmen.
Im Bereich Abfallvermeidung und Ressourcenschonung sind bereits mehrere konkrete Maßnahmen im Schulalltag vorgesehen bzw. teilweise umgesetzt. Ein wichtiger Ansatz ist die Umstellung auf doppelseitiges Kopieren und Drucken als Grundeinstellung an allen Druckern, um den Papierverbrauch deutlich zu reduzieren. An zwei Orten in der Schule gibt es einen Trinkwasserspender, der das Befüllen von wiederverwendbaren Trinkflaschen ermöglicht und so Einwegplastik vermeidet. In allen Klassen ist außerdem ein Mülldienst etabliert, der für die konsequente Trennung von Restmüll, Papier und Wertstoffen verantwortlich ist. Zusätzlich wurden die Mülleimer mit einem Graffitikünstler bunt gestaltet. Dadurch sollen die Abfallstationen sichtbarer und attraktiver werden, um die richtige Nutzung zu fördern und die Sensibilität für Abfalltrennung zu erhöhen.
UNSERE ZIELE & MAßNAHMEN
Im Rahmen des Klimaschutzplans möchte die Schule zahlreiche technische, organisatorische und pädagogische Maßnahmen umsetzen, um Energie und Ressourcen nachhaltig einzusparen und gleichzeitig das Umwelt- und Klimabewusstsein der SuS zu stärken.

Die Heinrich-Wolgast-Schule hat das Ziel, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 30 % und bis 2045 um 50 % zu reduzieren. Als Basisjahr für alle Verbrauchs- und Emissionsberechnungen dient das Jahr 2024. Zwar lagen die CO2-Emissionen 2025 deutlich über der Emissionsziel-Linie, da, wie oben beschrieben, die zahlreichen Baustellen einen erhöhten Ressourcenbedarf verursacht haben und 2025 ein insgesamt kühleres Jahr in Deutschland war, was zur Folge hatte, dass real mehr Heizenergie verbraucht wurde und auch die damit verbundenen Emissionen angestiegen sind. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir durch bereits umgesetzte, dauerhaft etablierte sowie künftig neu hinzukommende Maßnahmen in den nächsten Jahren eine deutliche Minderung der durch der Schulbetrieb verursachten Emissionen erreichen können.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt für uns auch darauf, den SuS ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu vermitteln, indem sie aktiv an Aktionen und Projekten teilnehmen, beispielsweise an der „Reste-Challenge“, dem „E-Waste-Race“ oder der Aktion „Zu Fuß zur Schule“, die dazu motiviert, klimafreundlich zur Schule zu kommen.
Zudem soll die Schulgemeinschaft durch Energierundgänge, Wettbewerbe und kreative Projekte stärker für klimafreundliches Verhalten sensibilisiert werden. Auch der Schulhof soll naturnaher und grüner gestaltet werden, wobei die SuS selbst Verantwortung übernehmen, Pflanzen einsetzen und pflegen und dadurch einen direkten Bezug zur Natur sowie ein Gefühl von Selbstwirksamkeit entwickeln.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reduzierung des Wärmeverbrauchs, da dieser einen großen Anteil der im Schulbetrieb entstehenden CO₂-Emissionen verursacht. Dafür werden die Heizungsanlagen überprüft und optimiert, Heizzeiten besser an die tatsächliche Nutzung angepasst sowie Heizkörper freigeräumt und Türen konsequent geschlossen, um Wärmeverluste zu vermeiden. Zusätzlich werden die Lehrkräfte im Rahmen von Kollegiumskonferenzen, insbesondere vor Beginn der Heizperiode, für bewusstes Heizen und richtiges Lüften sensibilisiert, während CO₂-Ampeln, Hinweise und Unterrichtseinheiten das klimafreundliche Verhalten stetig weiter fördern sollen.
Im Bereich Strom setzt die Schule weiterhin auf energieeffiziente LED-Beleuchtung, Präsenzmelder und die Reduzierung von Stand-by-Verbräuchen bei digitalen Geräten. Außerdem wurden alle Smartboards auf den Eco-Betrieb umgestellt und von den Energiedetektiv*innen angebrachte Hinweise an Lichtschaltern erinnern daran, das Licht nach Unterrichtsende auszuschalten. Auch die Themen Mülltrennung, Recycling und Abfallvermeidung spielen eine wichtige Rolle, sodass in allen Klassen Müll getrennt und durch verschiedene Aktionen unnötiger Abfall reduziert werden soll. Ergänzend möchte die Schule durch ressourcenschonendes Drucken, wiederverwendbare Brotdosen und Trinkflaschen sowie zahlreiche nachhaltige Projekte einen umweltbewussten Schulalltag langfristig fördern.
UMSETZUNG
Jennifer Riedel besetzt die Beförderungsstelle Bildung nachhaltiger Entwicklung/Klimaschule und ist die Klimaschutzbeauftragte der Heinrich-Wolgast-Schule. Diese BNE-Beförderungsstelle wurde eigens eingerichtet, um die Bedeutung von Bildung für nachhaltige Entwicklung im Unterricht und im Schulleben sichtbar zu machen und zu stärken. Frau Riedel leitet das Klima-Team. Das Klima-Team setzt sich aus Lehrkräften zusammen. Dieses feste Team besteht zurzeit aus 5 Mitgliedern. Zu den Sitzungen dürfen auch Interessierte kommen, die sich nur an einzelnen Aktionen beteiligen möchten.
Die Schulleitung ist für das Klima-Team bei Bedarf verfügbar und unterstützt die Klimaschutzaktivitäten ausdrücklich. Im nächsten Schuljahr wird bei den Mitgliedern des Klima-Teams ein monatliches Treffen fest im Stundenplan verankert, um Maßnahmen und Prozesse noch gezielter steuern zu können. Hier werden die Maßnahmen besprochen, koordiniert, reflektiert und an die jeweiligen Planungen angepasst.
BETEILIGUNG DER SCHULGEMEINSCHAFT
Die SuS werden bei der Planung und Umsetzung des Klimaschutzplans beteiligt. In der monatlichen Kinderkonferenz werden einzelne Themen aufgegriffen. Für spezielle Klima-Themen gibt es ausgebildete Energiedetektiv*innen. Diese werden bei einzelnen Aktionen wirksam und haben zum Beispiel Hinweise an den Lichtschaltern angebracht, damit alle nach Unterrichtsende das Licht ausschalten. Der Elternrat beteiligt sich ebenfalls. Diese haben zuletzt für die SuS Palettenhäuser gebaut, welche auf dem sonnigen Schulhof Schatten bieten. Zudem wird noch ein Zaun gebaut, der die Klassenbeete vor dem Betreten schützt. Dies planen und setzen die Eltern eigenständig um. Das Kollegium setzt ebenfalls Aktivitäten um (zum Beispiel Bäume pflanzen mit den SuS).
PLANUNGSTABELLE
Alle Maßnahmen, die die Heinrich-Wolgast-Schule in den Handlungsfeldern Wärme, Strom, Abfall, Beschaffung, Ernährung, Mobilität sowie im handlungsfeldübergreifenden Bereich umsetzt bzw. plant zukünftig umzusetzen, haben wir in einer Planungstabelle (Excel-Format) zusammengefasst. Für jede Maßnahme sind das Startjahr, der Status der Umsetzung und Verantwortlichkeiten definiert. Außerdem sind in der Planungstabelle auch die Verbräuche und unsere CO2-Schulbilanz dokumentiert.
KONTAKT
Jennifer Riedel: jennifer.riedel@hws.hamburg.de
